Apostel Paulus oder Paulus von Tarsus

Apostel Paulus oder Paulus von Tarsus
Geburt 5
Tod 67

Leistete Jesus als einziger Apostel keine Gefolgschaft und bekam ihn auch nie zu Gesicht, denn Jesus erschien ihm erst nach seiner Auferstehung. Nichtsdestoweniger wurde ausgerechnet Paulus – und nicht Jesus Christus, der sich lediglich als Reformator des Judentums sah – zum Begründer einer neuen Weltreligion, des Christentums. Er war es, der das Christentum als ehemalige „Unterart“ des jüdischen Glaubens aus dem Judentum ableitete:

Als anfänglich überzeugter Pharisäer und hellenistischer Kenner stellte Paulus die neuen Lehren nicht nur über die jüdischen Gesetze und die antike Philosophie, sondern verfasste auch die 13 Episteln des Neuen Testaments, die als Paulusbriefe bekannt sind, ein unverhältnismäßig großes Buch des Neuen Testaments darstellen und die Basis der christlichen Lehre bilden.

Paulus sprach oft von der Gegensätzlichkeit des Alten und des Neuen Testaments der christlichen Bibel und lehnte es schließlich ab, das Christentum als Religion des auserwählten Volkes der Israeliten anzusehen. Er folgte den Geboten seiner Mutterreligion nicht mehr, darunter dem Gebot der Beschneidung Neugeborener oder konvertierter Männer – die neue Religion war von nun an für alle Menschen und allen voran für Heiden gedacht.

Ohne den fundamentalen Beitrag Paulus zur Herausbildung des Christentums zu bestreiten, möchten wir dennoch anmerken, dass er die Lehren Christi verfälschte, sogar verdrehte:

Er erweiterte und vertiefte den Dualismus zwischen Körper und Seele, indem er deren fundamentale Unterschiede betonte. Das Resultat war die Zerspaltung eines Menschen in zwei unversöhnliche Hälften.

Er entwickelte die Sündenlehre weiter, setzte sie direkt mit Leid, Krankheit und Tod in Verbindung. Er behauptete, dass Sünde und Tod das gleiche Phänomen darstellen würden und seit Anbeginn der Geschichte in der Welt inkorporiert seien. Dadurch erschreckte er die Gläubigen zu Tode.

Paulus war ein klassischer religiöser Fundamentalist:

Ihn zeichnete eine ungeheure Intoleranz gegenüber Andersdenkenden aus, weshalb er dem griechischen Wort „Häretiker“ eine negative Bedeutung verlieh, sodass es nicht mehr „Strömung, Schule, Lehre“ bedeutete, sondern zum „Irrglauben“ und gar fast zum Verbrechen mutierte. Allein die Ausleger der heiligen Doktrin wurden „gleicher als die anderen“ – und schon schimmerte die Inquisition am Horizont der Jahrhunderte.

Unermüdlich und unaufhörlich demonstrierte er seinen Hass der menschlichen Sexualität gegenüber, vor allem der weiblichen Sexualität der „Freundinnen“ Jesu sowie gegenüber Homosexuellen, weil er in beiden die Ursache sündhafter Befleckung sah (eine nicht sehr zeitgenössische Vorstellung, nicht wahr?). Ausgerechnet Paulus machte Frauen zum Feindbild der Religion und legte somit das Fundament für ihre jahrhundertelange Diskriminierung.

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